Schiss-Buch fürs Finanzamt

Nein, kein 1. April, auch noch kein Pappnasen-Montag, bitterer Ernst: LKW-Fahrer sollen von Finanzämtern auf das Klo verfolgt werden.

Ein Lkw-Fahrer muss künftig jeden Toilettengang, jede Dusche in einem Fahrtenbuch nachweisen – das fordern die deutschen Finanzämter. „Ein irrsinnig aufwendiges Verfahren“, meinen Experten. Doch die Behörde bleibt hart.

Brummi-Fahrer sind meist äußerst robuste Menschen – auch mental. Wer täglich einen 40-Tonner über deutsche Autobahnen steuert, Stunden im Stau steht und dann an der Laderampe erneut warten muss, den bringt so leicht nichts aus der Ruhe. Außer vielleicht die deutschen Finanzämter. Die müssen jetzt nämlich eine Anordnung des Bundesfinanzministeriums umsetzen, an der mancher Trucker verzweifeln dürfte.

In einem zweiseitigen Schreiben an die obersten Finanzbehörden der Länder legt das Ministerium fest, wie die etwa 1,5 Millionen deutschen Lkw-Fahrer die Kosten für Toilettengänge oder das Duschen auf Raststätten in ihrer Steuererklärung ansetzen müssen. Eine einfache Schätzung reicht dazu nicht aus.

Stattdessen müssen die Fahrer eine Art Toilettenfahrtenbuch führen, also ihre Klo- und Duschgewohnheiten sowie die Kosten dafür akribisch notieren und möglichst alle Belege sammeln. Daraus berechnet das Finanzamt einen Durchschnittswert für die täglichen Bedürfnisse der Fahrer. Dieser geht für jeden Fahrtentag in die Steuererklärung ein.

Quelle: Süddeutsche

Aufmerksam geworden durch die Kollegin Simone Weber aus München.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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