Kreuzungsunfall – Grün heißt nicht immer freie Fahrt – Rechtsanwalt empfiehlt Vorsicht

Zwar bedeutet Grün an der Ampel immer „der Verkehr ist freigegeben„,  jedoch entbindet dieses Zeichen nicht von der Sorgfaltspflicht (§ 37 StVO).

Wer also bei Grün in eine verstopfte Kreuzung einfährt, ohne dem Querverkehr die Möglichkeit gegeben zu haben, diese zu räumen, haftet bei einem daraus resultierenden Verkehrsunfall – sog. Kreuzungsunfall – in aller Regel überwiegend alleine.

Infolgedessen ist bei einem Unfall auf einer Kreuzung, auf welcher der Fahrzeugverkehr durch eine Lichtzeichensignalanlage geregelt ist, und bei dem es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Fahrzeug, das bei dem Umschalten der Ampel auf „grün“ anfährt, und einem Fahrzeug des Querverkehrs, das die Kreuzung räumen will, in der Regel von einer überwiegenden Verursachung des in die Kreuzung einfahrenden Querverkehrs auszugehen bzw. sogar von der Alleinschuld von dessen Fahrer, wenn dieser den Kreuzungsräumer rechtzeitig erkennen konnte oder aus dem Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer mit Kreuzungsräumern rechnen musste (vgl. KG VerkMitt 1993, Nr. 27; König, in: Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 41. Aufl. 2011, § 37 StVO, Rn. 61 m.w.N.). Das gilt erst recht, wenn der Einfahrende den Kreuzungsräumer sogar positiv wahrgenommen hat (vgl. KG NZV 2004, 574) (Quelle: lrbw.juris.de, OLG Karlsruhe, Urteil vom 15.10.12, Az. 1 U 66/12)

Es empfiehlt sich also stets nach einem Verkehrsunfall den Rat des Unfallabwicklers einzuholen.

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Über RA_Feltus

Tobias Feltus, Rechtsanwalt und Strafverteidiger in Braunschweig, überregional tätig
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