Restwertangebote der Versicherungen bei Totalschaden (Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Halle / Saale )

Der Geschädigte muss nicht warten

Ein Geschädigter, dessen Fahrzeug bei einem Verkehrsunfall beschädigt worden war, legte der Haftpflichtversicherung des Schädigend ein Sachverständigengutachten über den an seinem Fahrzeug entstandenen Schaden vor.

Den Restwert hatte der Gutachter un­ter Berücksichtigung von vier Angeboten auf dem re­gio­na­len Markt er­rech­net.

Wenige Tage später ver­kauf­te der Geschädigte das Fahrzeug, wo­bei der Kaufpreis fast genau dem von sei­nem Sachverständigen er­mit­tel­ten Restwert ent­sprach.

Dann legte die Versicherung ein ver­bind­li­ches Angebot ei­nes an­de­ren nicht orts­an­säs­si­gen Händlers vor, wobei der Restwert etwa 9000,00 € hö­her aus­fiel und re­gu­lier­te nun nur un­ter Berücksichtigung des hö­he­ren Restwerts den Schaden.

Der Bundesgerichtshof hat festgestellt, dass der Geschädigte nicht ge­gen das Wirtschaftlichkeitsgebot ver­sto­ßen hat.

Ein Geschädiger sei nicht ver­pflich­tet, Angebote von räum­li­ch ent­fern­ten Interessenten ein­zu­ho­len oder bes­se­re Angebote des Schädigers oder sei­nes Haftpflichtversicherers ab­zu­war­ten. Ein Geschädigter dür­fe  die Schadensbehebung in ei­ge­ner Regie und ge­ra­de un­ab­hän­gig vom Schädiger durch­füh­ren. Auch än­de­re die heutige Möglichkeit des Fahrzeughandels über das Internet nichts an diesem Grundsatz. (Bundesgerichtshof Urteil vom 27.09.2016 – VI ZR 673/15).

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Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Werner Siebers aus Halle / Saale, auch Verkehrsunfallabwicklung und Verkehrsordnungswidrigkeiten

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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