Fahrlässige Körperverletzung im Straßenverkehr

Nicht ohne Verteidiger bei dem Vorwurf fahrlässiger Körperverletzung im Straßenverkehr

Im Straßenverkehr kommt es häufig zu Unfällen, bei denen Personen verletzt werden, so dass dann fast immer Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes der fahrlässigen Körperverletzung eingeleitet werden.

Der Straftatbestand ist § 229 StGB und lautet:

Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Fahrlässiges Handeln muss nicht zwingend mit dem Verstoß gegen Verkehrsregeln einhergehen, selbst regelgerechtes Verhalten kann zu einer fahrlässigen Körperverletzung führen, wenn das auch die Ausnahme ist. Verstößt man aber gegen Verkehrsregel und kommt es deshalb zum Unfall und zur Verletzung anderer Personen, liegt beinahe ausnahmslos eine fahrlässig Körperverletzung vor.

Nun muss man zumindest als Ersttäter bei nicht allzu schweren Verletzungen und nicht eklatanten Verkehrsverstößen nicht zwingend mit einer Verurteilung rechnen, bei geschickter Verteidigung und ggf. Einlassung sind verschiedene Stufen der Einstellung des Verfahrens erreichbar.

Gelingt es nicht, eine Einstellung des Verfahrens zu erreichen, kann man versuchen, dass die Sache mit einem Strafbefehl, einer Verurteilung im schriftlichen Verfahren, erledigt wird, um eine öffentliche Hauptverhandlung vor Gericht zu vermeiden.

 

 

Sind die Verletzungen nicht dramatisch und die Verkehrsverstöße nicht gravierend, ist sowohl im Strafbefehlsverfahren als auch bei stattfindender Gerichtsverhandlung „nur“ mit einer Geldstrafe zu rechnen, wobei die Untergrenze etwa bei 2/3 eines Monatsgehaltes anzusiedeln ist.

Für viele dramatischer sind die weiteren Folgen, nämlich Fahrverbot von 1 bis drei Monaten oder gar die Fahrerlaubnisentziehung von mindestens 6 Monaten.

Zu empfehlen ist immer, gegenüber den Ermittlungsbehörden keine Angaben zu machen und sofort einen Strafverteidiger zu beauftragen.

Schweigen ist Gold!

Ja, der Verteidiger kostet Geld, immer, und auch nicht wenig. Aber er begleitet Sie durch das Verfahren, verhindert vielleicht eine Bestrafung oder eine Hauptverhandlung, entwickelt Strategien, Fahrverbote oder die Fahrerlaubnisentziehung zu vermeiden oder zu minimieren, hilft bei der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis, der Verkürzung einer Sperrfrist etc.

Versuchen Sie es nicht selbst, in der Regel sind Sie im Umgang mit den Behörden und Gerichten überfordert und wissen nicht, wie Sie dramatische Folgen vermeiden oder relativieren können.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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